Das Konzept

Die Gemeinschaft trägt solidarisch die Jahreskosten eines zukunftsfähigen landwirtschaftlichen Betriebes. Sie ermöglicht eine regionale, saisonale und ökologische Landwirtschaft und eine faire Bezahlung der Leistungen. Durch den solidarischen Beitrag und den Eintritt in die Wirtschaftsgemeinschaft einer Solawi wird enkeltaugliche Landwirtschaft unterstützt und nicht der Anbau des einzelnen Gemüse! „Wir nehmen den einzelnen Produkten ihren Preis und geben hiermit den Lebensmitteln ihren Wert zurück geben“, wie es Wolfgang Stränz so treffend formuliert hat.

So funktioniert´s

Die ganze Landwirtschaft wird unterstützt! Nicht das einzelne Lebensmittel! Auf Grundlage der geschätzten Jahreskosten der landwirtschaftlichen Erzeugung verpflichtet sich der Verein in einer Bietrunde (Methode zur fairen und solidarischen Finanzierung unseres Betriebes) dazu, die Jahreskosten sicherzustellen. Diese werden monatlich an die ErzeugerInnen Gemeinschaft ausgezahlt. Die Ernte wird in der Folge wöchentlich unter den Mitgliedern geteilt. Eine gute Ernte wird genauso solidarisch geteilt wie eine schlechte. Dies ermöglicht den ErzeugerInnen den Fokus auf eine ökologisch wertvolle Produktion zu legen und sich nicht den Zwängen eines raubbauenden Marktes zu unterwerfen.

Warum Solawi?

Unsere solidarische Landwirtschaft ermöglicht unseren AnbauerInnen ihre Produkte unabhängig vom Markt in ökologischer, saisonaler und regionaler Weise anzubauen. Hierdurch kann jedes Mitglied einen aktiven Schutz zu Klima, Ökologie und Artenvielfalt beitragen. Es wird auf Humusbildung, Sortenerhalt, Nährstoffinhalte und Artenvielfalt geachtet, seltene Gemüsesorten finden den Weg auf unsere Teller und Kreisläufe werden lokal geschlossen. Es wird wieder eine Beziehung zwischen ErzeugerInnen der landwirtschaftlichen Produkte und den KonsumentInnen geschaffen. Die Gemeinschaft erlaubt, dass man voneinander lernen kann und die Ressourcen der Gemeinschaft genutzt werden.

Bieterrunde

Zu Beginn des Anbaujahres stellen die ErzeugerInnen und der Vorstand ihre geplante Kostenkalkulation transparent für das gesamte Jahr den Vereinsmitgliedern vor.
In der Bieterrunde werden nun in Gemeinschaft diese Jahreskosten solidarisch gedeckt. Jedes Mitglied gibt in geheimen Verfahren ein Gebot nach seinen ökonomischen Verhältnissen bzw. finanziellen Möglichkeiten für einen Ernteanteil ab. Wenn der Gesamtbetrag durch alle Gebote erreicht wurde, kann das Gemüsejahr starten. Wenn nicht, wird eine weitere Runde gestartet. Das abgegebene Gebot entspricht somit einer verbindlichen Finanzierungszusage für das gesamte Jahr.
Die einzelnen Mitglieder wissen untereinander nicht um die Höhe ihrer Finanzierungszusage. Dies führt auch innerhalb der Gemeinschaft zu einer Solidarität und ermöglicht allen Menschen eine Teilnahme an dieser Form der ökologisch wertvollen Landwirtschaft.

Ernteanteil

Ein Ernteanteil ist ein Teil der wöchentlichen Ernte, welche von den gesamten Mitgliedern geteilt wird. Das entspricht in etwa der Gemüsemenge, die zwei erwachsene Personen brauchen, die täglich kochen und sich hauptsächlich von Gemüse ernähren. Dies ist jedoch abhängig vom Ernteerfolg und kann somit mal mehr oder weniger sein. Gemeinsam tragen wir das Risiko von Ernteausfällen, genauso wie das Glück eines vollen, ertragreichen Ackers. Nach den Gegebenheiten der Natur sind die Ernteanteile im Sommer voller und im Winter auch nur mal bescheiden gefüllt. Somit ergeben sich auch unterschiedliche Gemüsearten zu unterschiedlichen Jahreszeiten. Von Spinat, Radieschen und Salat im Frühjahr über Zuchinis, Gurken und Tomaten im Sommer bis Grünkohl und Asiasalate im Winter. Lagerfähige Gemüse können verteilt über das Jahr Bestandteil des Ernteanteil sein.

© Solawi Crowdsalat e.V. 2022