Kleeteppich neben der Streuobstwiese – eine kleine Fläche mit großer Wirkung

Auf dem Welterhof hat sich etwas verändert: In der Nähe der Streuobstwiese wächst seit einigen Wochen ein dichter Kleeteppich. Was auf den ersten Blick wie eine schlichte Bodenbegrünung aussieht, ist tatsächlich ein kleiner ökologischer Kreislauf in Aktion.

Was Klee für den Boden tut

Klee gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler und bringt eine besondere Fähigkeit mit: In Symbiose mit Knöllchenbakterien wandelt er Luftstickstoff in eine Form um, die Pflanzen direkt aufnehmen können – und verbessert so langfristig die Bodenfruchtbarkeit. Das bedeutet: Ganz ohne Kunstdünger entsteht hier ein Boden, der nährstoffreicher und lebendiger wird. Klee gilt als Bodenverbesserer, da er den Humusgehalt und damit auch die Bodenfruchtbarkeit steigert.

Das kommt den Obstbäumen der benachbarten Streuobstwiese zugute – und damit dem gesamten Areal.

Ein Buffet für Bienen und Insekten

Klee ist einer der verlässlichsten Nahrungslieferanten für Bestäuber. Seine Blüten produzieren viel Nektar und sind daher besonders bei Bienen, Hummeln und Schmetterlingen beliebt – gerade in Zeiten, in denen viele Blühpflanzen in Gärten fehlen, wird Klee zur überlebenswichtigen Ressource für Bestäuber. Die Fläche neben der Streuobstwiese wird so zur Tankstelle für Insekten, die gleichzeitig die Blüten der Obstbäume bestäuben.

Fun Fact: Klee düngt sich selbst – und seine Nachbarn gleich mit

Spezialisierte Rhizobium-Bakterien dringen in die Wurzeln des Klees ein und bilden dort charakteristische Knöllchen. In diesen Knöllchen wandeln sie Luftstickstoff mithilfe des Enzyms Nitrogenase in Ammonium um – eine Form, die die Pflanze direkt verwerten kann. Stirbt der Klee ab oder wird gemäht, gibt er diesen gebundenen Stickstoff an den Boden weiter. Dieser Prozess kann bis zu 200 kg Stickstoff pro Hektar und Jahr fixieren – ganz ohne Zutun von außen.

Warum das zu uns passt

Die Anlage des Kleeteppichs ist kein aufwendiges Projekt, sondern eine bewusste kleine Entscheidung: Boden schonen, Insekten fördern, natürliche Kreisläufe unterstützen. Genau das ist es, was wir auf dem Welterhof ausprobieren und sichtbar machen wollen – für Besucherinnen und Besucher, die beim nächsten Mitmachtag gerne einen Blick darauf werfen können.